Der unsichtbare Blutfleck auf meiner Jeans

Derzeit häufen sich die Meldungen über Tote in asiatischen Bekleidungsfabriken. Gerade noch waren es über 100 Tote bei einem Brand in Dhaka/Bangladesh. Im September starben fast 300 Arbeiterinnen und Arbeiter in Karatschi/Pakistan. Gestern brannte wieder eine Fabrik.

Die Kleidung, die sie dort machen, ist auch für uns. Wir kaufen sie bei multinational agierenden Unternehmen. Entscheidendes Kriterium ist der Preis. Sicherheit aber kostet Geld. Und da haben wir nun ein Problem.

Wie bekommen wir es hin, hier gute Kleidung kaufen zu können, ohne dass woanders Menschen dafür sterben? Schließlich sagt wohl keiner gerne „Meine Jeans hat Menschenleben gekostet.“

Im Vorschlag ist da derzeit die „unternehmerische Verantwortung“ als Lösung. Ein durchaus guter Vorschlag, wenn nur der Kunde nicht so auf den Preis schauen würde. Da kommen dann doch wieder Dumping-Preise bei raus.

Aber was ist mit Gütesiegeln im Handel?
Wie ein „Fair Trade“ Kaffeesiegel könnte doch auch „Fair Made“ Bekleidungssiegel dem Kunden bekannt gemacht werden.
Was ist mit politischen Lösungen?
Wir haben EC-Normen für Produkte. Können diese nicht auch regelnd auf den Herstellungsprozess ausgeweitet werden?
Was ist mit der Entwicklungszusammenarbeit?
Könnten wir nicht auch für die Herstellung ein klein wenig mehr deutsches TÜV-Know How und dessen politische Umsetzung exportieren?

Klar – meine Hose würde dann teuerer. Aber ich könnte sie ja einfach mal ein paar Monate länger tragen, dann wäre der Preis der alte. Mir persönlich ist jedoch eine saubere alte Jeans allemal lieber als eine neue mit Blutflecken (auch wenn man sie nicht sieht).

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